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Landesweit

Brandenburger Familien brauchen verlässliche Strukturen

Familien wollen Kinder – doch die Bedingungen stimmen vielerorts nicht.

Lange Wege zur medizinischen Versorgung, fehlende Unterstützung nach der Geburt, unflexible Betreuungsangebote und steigende finanzielle Belastungen prägen den Alltag vieler Familien in Brandenburg. Wer heute Familie lebt oder gründen möchte, steht vor strukturellen Hürden, die sich nicht mehr wegdiskutieren lassen. Es gibt viel zu tun, um Familien wirksam zu entlasten und verlässliche Perspektiven zu schaffen.

Diese Realität machte Annett Schmok von der Landeskoordinierungsstelle Netzwerk Gesunde Kinder am 11.02.2026 im Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Landtages Brandenburg in Potsdam deutlich. Eingeladen zum Thema „Wie sollte eine zukunftsfeste Familienpolitik im Land Brandenburg aussehen?“  präsentierte sie die gebündelten zahlreichen Rückmeldungen aus den Regionalnetzwerken des  Netzwerkes Gesunde Kinder – Stimmen von Familien aus dem gesamten Land, eingebracht aus der täglichen Praxis der Regionalkoordinatorinnen und vor allem den Familien selbst.

Besonders eindrücklich wurde die angespannte medizinische Versorgungslage beschrieben. „Die Wege sind zu weit, es gibt zu wenige Ärzte“, zitierte Schmok aus den Rückmeldungen der Familien und sprach von einer „massiven Unterversorgung mit Kinderärzten, mit Gynäkologen und Fachärzten“. Für viele Schwangere und Familien bedeute das lange Fahrtzeiten und große Unsicherheit – gerade abends, nachts oder am Wochenende.

Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zeigten sich erhebliche strukturelle Probleme. Enge und unflexible Kita-Öffnungszeiten passten häufig nicht zur Lebens- und Arbeitsrealität vieler Eltern, insbesondere von Pendlerinnen und Pendlern oder Beschäftigten im Schichtdienst. „Eltern stehen hier vor riesengroßen Herausforderungen“, machte Schmok deutlich und verwies auf die zusätzlichen Belastungen durch drohende Einschränkungen im Kitabereich.

Hinzu kommen hohe Mobilitätskosten, bürokratische Hürden und zunehmende psychische Belastungen – Themen, die sich durch die Rückmeldungen aus allen Regionen ziehen. Der Bericht aus dem Netzwerk Gesunde Kinder zeigt klar: Familien tragen einen wachsenden strukturellen Druck, der langfristig auch Auswirkungen auf den Kinderwunsch und die Zukunft des Landes hat.

Der Beitrag von Annett Schmok im Ausschuss machte deutlich, wie wichtig es ist, die Erfahrungen von Familien ernst zu nehmen und als Grundlage für politische Entscheidungen zu nutzen. Die Ergebnisse aus dem Netzwerk senden ein unmissverständliches Signal: Brandenburg braucht familienfreundliche Strukturen, die den Alltag von Eltern tatsächlich erleichtern – nicht nur auf dem Papier.

Die Aufzeichnung der 12. (öffentlichen) Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales ist hier zu finden: > zur Aufzeichung